Was tun bei Durchfall?

© Goffkein AdobeStock 263963927
Durchfall, medizinisch auch Diarrhö genannt, ist unangenehm, aber meistens schnell wieder vorbei. Die meisten Erwachsenen sind hin und wieder davon betroffen, Kinder etwas häufiger. Merkmale von Durchfall sind eine vermehrte (öfter als dreimal am Tag) Entleerung des Darms, die Konsistenz des Stuhls ist dabei breiig oder sogar flüssig und die Menge möglicherweise höher als gewöhnlich. Dazu können weitere Beschwerden auftreten, die teilweise auch damit zusammenhängen, was den Durchfall verursacht hat. Häufige Begleiterscheinungen sind Bauchschmerzen oder Blähungen. Möglich sind aber auch Fieber und Übelkeit.
Durchfall kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Häufig ist eine Infektion mit Viren oder Bakterien schuld. Es kann aber auch nach dem Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln zu Durchfall kommen oder durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit wie zum Beispiel Laktoseintoleranz. Andere mögliche Ursachen sind Erkrankungen des Darms sowie die Einnahme mancher Medikamente. Auch bei einigen Nahrungsergänzungsmitteln kann es vorkommen, dass Durchfall auftritt, wenn man diese über einen zu langen Zeitraum einnimmt und die Menge des Nährstoffs, die der Körper tatsächlich braucht, damit überschreitet. Bei Menschen, denen Stress im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen schlägt, kann ebenfalls eine hohe psychische Belastung dazu führen, dass die Verdauung beeinträchtigt wird. Manche haben dann eher mit Verstopfung zu kämpfen, andere mit Durchfall.
Akuter Durchfall ist im Normalfall innerhalb von wenigen Tagen, allerhöchstens zwei Wochen, vorbei und meistens die Folge einer Infektion. Dagegen muss chronischer Durchfall untersucht und behandelt werden, denn hier sind häufig Grunderkrankungen des Magen-Darm-Traktes schuld.

Gegen Durchfall gibt es einige hilfreiche Hausmittel und Sofortmaßnahmen. Der Körper verliert in einem höheren Ausmaß Flüssigkeit und damit auch Mineralstoffe. Deswegen ist es wichtig, diesen Verlust schnell wieder auszugleichen. Zu diesem Zweck sind spezielle Elektrolytlösungen erhältlich. Wenn man aber gerade nicht die Möglichkeit hat, in der Apotheke so eine Lösung zu besorgen, kann man auch auf andere elektrolythaltige Getränke zurückgreifen wie zum Beispiel Gemüsebrühe.
Außerdem gibt es einige Teesorten, die sich positiv auswirken. Dazu zählen Fenchel- und Kümmeltee sowie Tee aus getrockneten Heidelbeeren. Bei Erwachsenen ist auch Schwarzer Tee hilfreich, diesen sollte man kleinen Kindern jedoch noch nicht geben.
Aktivkohle oder fertige Kohletabletten sind sehr hilfreich, denn die Aktivkohle bindet schädliche Stoffe in Magen und Darm und trägt so dazu bei, diese schneller loszuwerden. Gerade wenn man Aktivkohle einnimmt, ist es aber besonders wichtig, viel zu trinken.

Das Hausmittel schlechthin bei Durchfall ist Zwieback. Keine gute Idee sind dagegen die berühmten Salzstangen in Kombination mit Cola, der viele Zucker kann die Problematik eher verstärken.
Zu den Hausmitteln zählen unter anderem auch Äpfel und Bananen. Beide enthalten Stoffe, die Flüssigkeit binden. Äpfel reibt man am besten und vermischt sie mit Porridge, die Banane kann man zum Beispiel pürieren. Porridge aus Haferflocken und Wasser ist ebenfalls sehr hilfreich, denn Haferflocken enthalten sehr viele Nährstoffe und gleichzeitig Ballaststoffe. So wird der Körper weiterhin mit Energie versorgt und gleichzeitig dem Magen-Darm-Trakt geholfen, denn Ballaststoffe sind gut für die Verdauung. Außerdem belasten Haferflocken weder den Magen noch den Darm und sind somit eine gute Schonkost bei Durchfall.
Auch Kartoffeln, Möhren und Reis sind bewährte Hausmittel bei Durchfall. Die Wirkung ist ähnlich wie bei Äpfeln und Bananen; Flüssigkeit wird gebunden und der Stuhlgang so wieder verfestigt. Kartoffeln und Reis sollte man ganz weich kochen und die Kartoffeln dann als Püree zu sich nehmen. Aus den Möhren macht man am besten Möhrensuppe, indem man sie in Wasser weich kocht und anschließend püriert. Diese Suppe kann man ein wenig salzen.

Bei akutem Durchfall muss man nicht unbedingt zum Arzt, eine Ausnahme besteht bei Babys, Kleinkindern und alten Menschen, denn hier kann der Flüssigkeitsverlust gefährlich werden. Für alle anderen gilt: Wenn sich der Durchfall schnell bessert, reichen die richtige Ernährung und ein wenig Ruhe meistens aus. Bei weiteren Symptomen wie Fieber, sehr starkem oder sogar blutigem Durchfall ist ein Arztbesuch jedoch angeraten.

Empfehlungen

  1. 1
  2. 2

Weitere Artikel

  • Reiseapotheke für den gelungenen Skiurlaub

    Reiseapotheke für den gelungenen Skiurlaub

    Der Skiurlaub gehört für begeisterte Wintersportler zu den Highlights des Jahres. Zur guten Vorbereitung gehört auch die richtige Reiseapotheke, damit kleinere Beschwerden schnell gelindert werden können.

  • Weihrauch und Myrrhe - Arzneischätze aus der Natur

    Weihrauch und Myrrhe - Arzneischätze aus der Natur

    Bei Weihrauch und Myrrhe kommen mir zuerst Caspar, Melchior und Balthasar, die Heiligen Drei Könige, in den Sinn, die dem Stern gefolgt sind, um dem neu geborenen Jesuskind ihre Gaben zu bringen.

  • Duftöle - Heilsame Medizin

    Duftöle - Heilsame Medizin

    Das ist doch eine dufte Sache! Sprichwörtlich denken wir bei Düften an etwas, das guttut. Dass Gerüche und Düfte stimulieren, wussten bereits die alten Griechen, die Ägypter und Chinesen.

  • Homöopathie bei PMS

    Homöopathie bei PMS

    Das prämenstruelle Syndrom (PMS) tritt bei den betroffenen Frauen nach dem Eisprung, in der zweiten Zyklushälfte auf. Die Beschwerden können sich erst kurz oder bereits 14 Tage vor der Periode bemerkbar machen.

  • Guter Vorsatz – der Rauchstopp lohnt sich immer

    Guter Vorsatz – der Rauchstopp lohnt sich immer

    Zum Jahresende geht es für viele Menschen an die guten Vorsätze für das neue Jahr. Ganz oben stehen dabei oft Ziele, die die Gesundheit betreffen, zum Beispiel mehr Sport, aber auch der Rauchstopp.

  • Antibiotikasäfte richtig zubereiten

    Antibiotikasäfte richtig zubereiten

    Wenn Kinder Medikamente nehmen müssen, stellt das die Eltern oft vor ganz besondere Herausforderungen. Den Nachwuchs von der Einnahme zu überzeugen, ist manchmal gar nicht so einfach.

  • Folgen von Stress für Körper und Psyche

    Folgen von Stress für Körper und Psyche

    Ursprünglich ist Stress eine sinnvolle körperliche Reaktion, die die Leistungsfähigkeit erhöht, um Gefahren zu entgehen. Bei Stress beschleunigen sich Atmung und Herzschlag, die Sinne werden schärfer.

  • Tricks gegen den Silvesterkater

    Tricks gegen den Silvesterkater

    Der Kater Sylvester aus dem Zeichentrick-Ensemble „Looney Tunes“ gefällt uns eventuell noch – der Silvesterkater dagegen ist ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse, der uns den ersten Tag im neuen Jahr vermiest.