Selen – das Spurenelement fürs Immunsystem

© Yulia Furman AdobeStock 233035702

Wer seiner Immunabwehr etwas Gutes tun will, denkt vermutlich zuerst und spontan an Vitamin C und Zink, eventuell noch an Vitamin D – und liegt damit auf jeden Fall richtig. Manchmal, beziehungsweise bei manchem von uns, braucht es aber noch ein bisschen mehr, damit unser Körper sich effektiv vor Krankheiten schützen kann, nämlich: Selen.


Das lebenswichtige Mineral Selen ist essenziell, wir können dieses Spurenelement also nicht selber herstellen, sondern sind auf eine regelmäßige Zufuhr durch die Nahrung angewiesen. Über den Dünndarm wird das Selen ins Blut aufgenommen und später überwiegend in der Skelettmuskulatur gespeichert. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können daher die Ursache für eine gestörte Selenaufnahme sein. Auch Menschen, die sich überwiegend vegetarisch oder vegan ernähren, laufen Gefahr, nicht ausreichend mit dem Spurenelement versorgt zu sein. Es gibt zudem Lebensumstände (Nikotin-/Alkoholkonsum, Stress, übermäßige Sonnenexposition, mangelhafte, eiweißarme oder einseitige Ernährung, unkoordinierte Reduktionsdiäten etc.), die einen Selenmangel verursachen können, beziehungsweise nach zusätzlichen Selengaben verlangen.


Neben seiner wichtigen Funktion in Bezug auf unsere Krankheitsabwehr hat Selen weitere Aufgaben:

  • Zellschutz. Oxidantien (freie Radikale) werden mithilfe des Spurenelements entschärft, somit reduziert Selen den oxidativen Stress (etwa durch Alkohol, Nikotin, intensive UV-Strahlung) in unseren Zellen, wirkt also vorzeitiger Zell- und Gewebealterung entgegen.
  • Selen ermöglicht die regelrechte Funktion der Schilddrüse. Selenhaltige Enzyme sind wichtig für den Hormonstoffwechsel.
  • Auch unsere Muskeln brauchen Selen, um funktionstüchtig zu sein/zu bleiben.
  • Bezogen auf die männliche Fruchtbarkeit spielt Selen ebenfalls eine wichtige Rolle; die Spermienmenge und -funktion sind auf das Vorhandensein des Minerals in ausreichender Menge angewiesen.

Lebensmittel, die unsere Selenversorgung sicherstellen, sind beispielsweise Fisch, Fleisch, Eier, Nüsse und Samen und Gemüse jeglicher Art. Beim Gemüse ist der Selengehalt abhängig von der Bodenbeschaffenheit, auf dem die Pflanzen gedeihen. Bei der Selenkonzentration in der Erde gibt es lokal erhebliche Unterschiede – infolgedessen schwankt der Selengehalt pflanzlicher Nahrung stärker als der tierischer Art. Der Selengehalt landwirtschaftlich genutzter Flächen ist global betrachtet eher rückläufig.


Spätestens also, wenn eine vermehrte Infektionsanfälligkeit vorliegt, wenn Symptome wie Haar- und/oder Nagelveränderungen (dünne, kraftlose Haare, weiße Flecken auf den Nägeln) auftreten oder eine Schilddrüsendysfunktion festgestellt wird, sollte man die Möglichkeit eines Selenmangels zumindest nicht ausschließen.

Empfehlungen

Weitere Artikel