Meilensteine in der Medizin - Herztransplantation

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Organtransplantationen sind bei manchen Erkrankungen das einzige Mittel, um Patienten zu helfen. Im Falle von Herztransplantationen werden diese meistens aufgrund von schwerer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) durchgeführt. Ursache für diese Herzinsuffizienz ist wiederum in den meisten Fällen eine Herzmuskelerkrankung. Danach folgt die koronare Herzkrankheit. Herztransplantationen können auch wegen einer angeborenen Fehlbildung notwendig werden; dies ist jedoch seltener der Fall.

Grundsätzlich wird bei einer Herztransplantation das geschädigte Herz des Patienten mit dem gesunden Organ eines verstorbenen Organspenders ersetzt. Diese Möglichkeit der Organtransplantation ist ein wichtiger Meilenstein der Medizin und noch vergleichsweise neu. Die ersten Transplantationen, bei denen Menschen ein neues Herz eingesetzt wurde, gab es Ende der 1960er bzw. Anfang der 1970er Jahre. Die erste Herztransplantation in Deutschland fand 1969 statt. Vorher wurden bereits in anderen Ländern Herztransplantationen durchgeführt, unter anderem in Amerika und Südafrika. Der Erfolg der Operationen hielt sich in der Anfangszeit leider noch in Grenzen. Ein großer Teil der Patienten verstarb kurz danach. Erfolgreiche Transplantationen wurden in Deutschland erst seit den 1980er Jahren durchgeführt. Seit Ende der Achtzigerjahre konnten schließlich auch bei ganz kleinen Kindern Transplantationen vorgenommen werden, die den Patienten später ein weitestgehend normales Leben ermöglichten.
Inzwischen sind die Erfolgsaussichten bei Herztransplantationen hoch. Fünf Jahre nach der Operation erfüllt der größte Teil der Spenderherzen weiterhin seine Aufgabe. Nur bei ungefähr einem Fünftel der transplantierten Organe treten Probleme auf.
Der Erfolg einer Transplantation hängt im Wesentlichen davon ab, ob es beim Empfänger des Organs zu Abstoßungsreaktionen kommt. Um eine solche Abstoßungsreaktion zu verhindern, wird bei Transplantationen das Immunsystem unterdrückt. Aufgrund dieser Unterdrückung der Abwehrkräfte stellen vor allem Entzündungen eines der Risiken bei Transplantationen dar.

Die Anzahl der Patienten, die ein Spenderorgan brauchen, ist in aller Regel deutlich größer, als die Anzahl der zur Verfügung stehenden Spenderorgane. Gerade bei Herzerkrankungen wurden deshalb im Laufe der Zeit sogenannte "Kunstherzen" verwendet, um die Herzen der erkrankten Personen zu unterstützen, bis ein Spenderorgan zur Verfügung stand. Inzwischen kommt es jedoch immer öfter vor, dass es aufgrund der wenigen vorhandenen Spenderorgane beim Einsetzen eines solchen "Kunstherzens" bleibt.

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