Küssen ist gesund – nicht nur am Valentinstag

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Am 14. Februar ist Valentinstag. Einerseits gilt dieser Tag als ein „Feiertag der Verliebten“. Dazu gibt es unterschiedliche Valentinstraditionen. So zum Beispiel dem heimlichen Schwarm einen Brief oder einen kleinen Blumenstrauß zukommen zu lassen und der Empfänger muss raten, von wem die Valentinsnachricht stammt. Andererseits sind die Ursprünge des Valentinstages gar nicht besonders romantisch. Inzwischen ist man sich nicht einmal mehr sicher, ob es den heiligen Valentin, nach dem der Tag benannt ist, überhaupt gab. Falls doch, hat es sich dabei jedoch um einen Märtyrer gehandelt.
In Deutschland wurde die Bekanntheit des Valentinstages in erster Linie durch die Blumen- und Süßwarenindustrie vorangetrieben. Bis heute machen diese Branchen an diesem Tage besonders viel Umsatz.
Ob man den Valentinstag feiert oder ihn ignoriert, bleibt jedem selbst überlassen. Eines ist jedoch sicher: An jedem Tag des Jahres sind zwischenmenschliche Nähe und das Küssen nicht nur eine schöne Sache, sondern darüber hinaus auch gesund.

Regelmäßige Nähe und Umarmungen senken unter anderem den Stresspegel. Dazu muss man nicht frisch verliebt sein oder völlig auf rosa Wolken schweben. Gerade in langen Beziehungen sind solche regelmäßigen Berührungen Balsam für die Seele. Bereits bei der Handberührung eines geliebten Menschen, sinkt die Nervosität und auch das Schmerzempfinden verringert sich leicht. In diesen Momenten wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, das grundsätzlich die Bindung zwischen Menschen stärkt. Oxytocin löst auch Wehen aus und ist entscheidend für die Bindung zwischen Mutter und Kind, aber eben auch zwischen Partnern. Ein wahres Multitalent.
Das Fehlen von Nähe kann dagegen letzten Endes sogar Depressionen begünstigen.

Speziell das Küssen hat noch viele weitere Vorteile. Unter anderem trainiert es das Immunsystem. Beim Küssen tauschen die beteiligten Personen auch Bakterien miteinander aus. Das klingt im ersten Moment vielleicht nicht gerade schön, ist aber vollkommen normal, denn in jedem Mund existiert eine Vielzahl von Bakterien, die für unsere Gesundheit sogar notwendig sind. Bei so einem Austausch erkennt das Immunsystem aber fremde Keime und wird aktiv. Damit ist Küssen letzten Endes gut für die Gesundheit.
Beim Küssen werden außerdem Kalorien verbrannt und die Durchblutung gesteigert. Als Diät eignet es sich aber leider weniger; dazu fällt die Menge an verbrannten Kalorien im wahrsten Sinne des Wortes nicht genug ins Gewicht. Um eine oder zwei Pralinen am Valentinstag auszugleichen, kann es aber reichen.

Auch wenn man durchs Küssen nicht abnimmt, so werden doch durchaus manche Muskeln besonders gefordert. Mehr als 30 Gesichtsmuskeln sind dabei im Einsatz. Damit beugt das Küssen sogar Falten im Gesicht ein wenig vor.
Der andere Muskel, der beim Küssen die Leistung deutlich erhöht, ist tatsächlich das Herz. Die Frequenz des Herzschlags erreicht dabei Werte, die sonst nur beim Sport vorkommen. Küssen trainiert also tatsächlich das Herz und kurbelt nebenbei auch den Kreislauf und den Stoffwechsel an. Auch der Blutdruck erhöht sich beim Küssen. Langfristig gesehen sorgt regelmäßiges Küssen sogar dafür, dass sich der Blutdruck besser einpendelt. Das funktioniert in beide Richtungen: Bei Menschen, die eher mit zu niedrigem Blutdruck zu tun haben, wird er im Laufe der Zeit höher werden, liegt zu hoher Blutdruck vor, sinkt dieser näher an Normalwerte heran.

Beim Küssen sind logischerweise eine Menge Hormone im Spiel. Unter anderem gleichen sich die Hormonhaushalte der Partner einander an. Bei einem Kuss zwischen einem Mann und einer Frau sinkt beim Mann der Testosteronspiegel und der Östrogenspiegel steigt, bei Frauen ist es umgekehrt. Dieser Angleich der Hormonpegel sorgt dafür, dass man mehr auf der gleichen Wellenlänge ist – und funktioniert nicht nur bei heterosexuellen, sondern auch bei homosexuellen Paaren.

Im Endeffekt ist viel Küssen am Valentinstag also so ziemlich das Beste, was man tun kann – aber nicht nur am Valentinstag, sondern auch an jedem anderen Tag. Auf Dauer sorgt das nicht nur für mehr Romantik und hält die Beziehung gesund, sondern hilft auch dem seelischen und körperlichen Wohlbefinden.

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