Das gehört in die Kinderhausapotheke

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Eine gut bestückte Hausapotheke ist sinnvoll und wichtig. Wenn Kinder im Haushalt leben, brauchen diese meistens andere Medikamente oder zumindest andere Dosierungen als Erwachsene. Deswegen ist es wichtig, auch auf die richtige Zusammenstellung der Kinderhausapotheke zu achten und diese dem Alter der Kinder anzupassen. Je kleiner Kinder sind, umso häufiger ändern sich auch die Medikamente, zum Beispiel kommen bei Babys innerhalb der ersten Monate häufiger einmal Änderungen der Dosierung vor. Genauso wichtig ist es, alle Medikamente regelmäßig auf das Verfallsdatum zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ersetzen. Dabei bietet es sich zum Beispiel an, im Rahmen des Frühjahrsputzes und vor der Erkältungssaison die Hausapotheke auf Vollständigkeit zu kontrollieren und aufzufrischen. Abgelaufene Medikamente gehören dabei aber nicht in den Hausmüll. Häufig gibt es bei Apotheken entsprechende Container zur richtigen Entsorgung.

Beim Spielen kann es schon einmal zu kleinen Verletzungen kommen. Was das betrifft, unterscheidet sich die Hausapotheke für Kinder kaum von der für Erwachsene. So gehören verschiedene Formen von Verbandsmaterial hinein, zum Beispiel Mullbinden und Wundschnellverbände. Desinfektionsmittel und Pflaster in unterschiedlichen Größen sollte ebenfalls enthalten sein.

Der Grundausstattung kann man außerdem eine Verbandsschere, eine Pinzette, Einmalhandschuhe und ein Fieberthermometer hinzufügen. Für Wärme- oder Kältebehandlungen sind eine Wärmflasche und Tücher für Umschläge empfehlenswert, für Umschläge lassen sich prinzipiell aber auch saubere Geschirr- oder Handtücher verwenden. Bei kleinen Verletzungen hilft eine Wund- und Brandsalbe bei der Wundheilung.

Bei Babys kann es auch einmal zu einem wunden Po kommen, zum Beispiel wenn sie ein neues Nahrungsmittel noch nicht vertragen. Hier hilft oft schon Wundschutzcreme, auch Zinksalbe ist hilfreich. Zinksalbe kann man bis ins Erwachsenenalter verwenden, um sie bei kleineren Hautirritationen oder ähnlichem aufzutragen. Ein Gel oder eine Salbe gegen Insektenstiche und eine gegen Sonnenbrand sind ebenfalls sinnvolle Bestandteile der Hausapotheke.

Darüber hinaus kommen Medikamente gegen die gängigsten Beschwerden hinzu. Gegen Fieber und Schmerzen kann man sich vom Kinderarzt einen Saft oder Zäpfchen empfehlen lassen. Wichtig ist hier vor allem, dass der Wirkstoff für das Alter des Kindes geeignet ist und in der richtigen Dosierung vorliegt. Zäpfchen mit Paracetamol gegen Fieber gibt es zum Beispiel schon für Babys. Ein Nasenspray ist ebenfalls empfehlenswert. Hier gibt es reine Meerwassersprays, die die Nase vor allem befeuchten. Danach fällt es oft auch leichter, die Nase zu schnäuzen. Daneben gibt es auch Sprays mit einer abschwellenden Wirkung. Sie enthalten weitere Wirkstoffe, zum Beispiel Dexpanthenol. In aller Regel sollte man diese jedoch erst bei Kindern ab einem Jahr anwenden.

Gegen typische Erkältungssymptome wie Husten und Schnupfen sind außerdem Hustensaft oder Fenchelhonig hilfreich, hier kommt es jedoch auf die Art des Hustens an. Bei Reizhusten ist ein Hustenstiller empfehlenswert, bei produktivem Husten ein Hustenlöser.

Weiterhin empfehlen sich einige Teesorten für die Kinderhausapotheke. Kamille hilft gegen Halsschmerzen und Bauchschmerzen, Salbeitee gegen Halsschmerzen und Husten. Ein Klassiker ist Fencheltee, er wird bereits bei Babys gegen Blähungen und sonstige Magen-Darm-Beschwerden angewandt. Wichtig ist auch hier das Alter. Bei den Allerkleinsten sollte man Fencheltee in jedem Fall verdünnen.

Gerade Säuglinge können häufig von Blähungen betroffen sein. Hier gibt es verschiedene Medikamente, von denen der Kinderarzt eins verschreiben kann. Blähungen treten oft abends auf, ein entsprechendes Mittel zu Hause zu haben, kann Eltern und Kindern also unruhige Nächte ersparen.

In die Kinderhausapotheke gehören außerdem alle Medikamente, die ein Kind regelmäßig einnehmen muss und solche, die für den Notfall schnell zur Hand sein müssen. Alle Medikamente bewahrt man mit dem Beipackzettel an einem Ort auf, der für Kinder nicht zugänglich, trocken und kühl ist. Ungeeignete Orte für die Hausapotheke sind Küche oder Badezimmer.

Neben den Medikamenten sind auch einige Telefonnummern sinnvoll. Dazu gehören zum Beispiel die Nummer des Kinderarztes und die des Ärztlichen oder Kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes. Auch die Nummer des Giftnotrufs ist wichtig, diese unterscheidet sich nämlich je nach Bundesland und im Ernstfall kann man wichtige Zeit einsparen, wenn man die entsprechende Notfallnummer griffbereit hat.

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